Berlin, Deutschland ein Monat work away at home

Liebe Abenteurer und Projektentwickler,

Wir sind inzwischen wieder heimisch und freuen uns jeden Tag, im selben Bett in der aufs beste an unsere Bedürfnisse angepassten Wohnung aufzuwachen.  Auch wenn mich Antonia irgendwann in der zweiten Woche nach unserer Rückkehr auf dem Heimweg in Berlin fragte, wann wir denn endlich zurück im Hostal seien??? Ich lachte und meinte, in dem Hostel, in dem wir jetzt erstmal leben? Wir haben also eine feste Bleibe und die Abenteuer werden nicht weniger. Viele von euch nennen diese Art zu Leben wohl „Alltag“, aber so ist das für mich gar nicht. Ich nehme einfach meine Reisebrille nicht ab, die mir unterwegs auf der Nase gewachsen ist. Ich kann, will und werde auch zu Hause meine abenteuerlichen Herausforderungen bestehen und Schönigkeiten entdecken. Z. B. Bin ich heute morgen aufgewacht und war wieder gesund und schmerzfrei. Naja, Muskelkater vom Malern zählt nicht, oder?

Unsere Wohnung hat sich in den letzten Wochen aufs schönste verändert. Matilda hat ein eigenes Zimmer, Antonia dadurch auch und das Wohnzimmer ist nun mein Raum. Alle haben irgendwo neue Farbe bekommen. Gerade streiche ich unseren Flur mit Glitzerfarbe – welch ein Spaß! Noch hat nicht alles seinen Platz gefunden und obwohl ich vor der Reise stark ausgemistet hatte, scheint es mir doch recht viel Zeug zu sein, das ich besitze. Hm, das große Loslassen ist noch nicht zu Ende.

Die Mädels haben wieder ihren Schulalltag begonnenen. Sie genießen es sehr,  wieder ausreichend Gleichaltrige um sich zu haben und ich genieße meine dadurch entstandene kindefreie Zeit. Allerdings ist der Schlvollzeitjob doch sehr hart. Uns allen würden locker 2-3 Schultage ausreichen, damit für das Leben auch noch Zeit ist. Wir wollen doch so viel unternehmen und uns auch mal ausruhen – nicht nur Nachts!

Ich hatte letzte Woche ein Vorstellungsgespräch und bin begeistert von meinem zukünftigen Arbeitgeber. Ab September werde ich Dienstags etwas tun, was mir Spaß macht und mich fordert und dafür Geld bekommen. Ich freue mich riesig, dass das jetzt für mich dran ist.

Die meistgestellte Frage: „Na, wie wars?“ ist gleichzeitig kurz wie auch lang zu beantworten.  Die Menschen ohne unsere Langzeitreiseerfahrungen können sich so gar nicht hinein versetzen in unsere Bild- und Wortreich Welt. Das letzte Mal,  als ich nach einem Jahr Frankreich + Afrika wieder kam, hat mich das so frustriert! Dieses mal bin ich besser vorbereitet und bleibe im Jetzt mit meinen Gesprächspartnern – da ist schließlich auch genug los…

In den letzten 5 Tagen in Bogota verbringen wir viel Zeit – 3 Tage jewils 3 bis 5 Stunden – in der Migrationsbehörde. Ich zweifle nicht daran, dass wir unsere Ausreisegenehmigung bekommen werden, weiß aber gar nicht, was uns das kostet? Geld, womöglich ein zeitweiliges oder lebenslanges Einreiseverbot für Kolumbien? Letztendlich kostet es uns Geduld und Zeit und ein paar Taxifahrten. Dann haben wir Papiere und Stempel im Überfluss und die Ausreise nebst gesamtem Flug mit Umsteigen in Istanbul verlaufen reibungslos. Der Taxifahrer kommt zwar nicht wie bestellt zum Hostal, aber es gibt genug andere und wir sind alle so reiseerfahren,  dass wir in dem Moment auch keine Panik mehr bekommen. Als ich mich bei einem letzten großen Spaziergang bei einem Polizisten nach dem Weg erkundige, werde ich freundlich in die falsche Richtung geschickt. Auch der nächste Kollege und der übernächste schicken mich freundlich in eine Richtung, die nicht meine ist. Ich fange schon an, frustriert zu sein, als mir klar wird, dass Polizisten offenbar die falschen Ansprechpartner sind. Ich frage also einen Alejandro – Normalverbraucher und der weiß super gut,  wie ich dahin komme, wo ich hin will.

Darüber hinaus genießen wir einheimisches Straßenessen und ich schwelge gern mit euch zusammen noch einmal in den Eindrücken, die ich bzw. wir in unserer Abschlußwoche in Bogota gesammelt haben:

Kleine Bogotanesen feiern ihre Unabhängigkeit:

 

Und noch einmal zieht es mich zu der Straßenkunst und ich bin berauscht von Farben und Formen:

Dieses Bild hat es mir besonders angetan :

Antoni in unserem letzten Hostel mit letzter Katze und Vorfreude steigernde Werbung auf der Straße:

Und schließlich fahren wir am letzten Abend ein zweites Mal mit der Seilbahn hinauf zum Monserrate und freuen uns über den wunderschönen Sonnenuntergang über der riesigen Stadt und die bunt angestrahlte Kirche und überhaupt über alles, was wir erlebt haben und auf das, was nun gleich neu beginnt:

So meine lieben Mitreisenden, schön, dass wir unterwegs waren und sind und ihr dabei wart und seid! Es ist mir eine Freude.

Dieser Blog ist nun zu Ende. Seufz. Vielleicht entsteht ein neuer zu einer neuen Reise in die Welt oder in meinem Kopf. Da bin ich ja immer viel unterwegs…

Bis=iv

 

Interview mit der Blogschreiberin/ Mutter/ iv von den zwei Kindern

Liebe Hinterfrager und Antwortgeber,

Kurz nachdem ich meine Mädels interviewt hatte und noch kürzer vor dem Ende unserer Reise haben sie sich auch 10 Fragen an mich überlegt. Bei einigen musste ich schon sehr laut Schmunzeln 😉
Also an dieser Stelle auch diese Befragung von jung zu alt:

Wie findest du die Männer in Südamerika (die, die dich angemacht haben)?

Also die Männer grundsätzlich in Südamerika finde ich jetzt nicht so anders als die europäischen. Vielleicht sind sie ein Stück mehr „Macho“, was ja auch nur männliches Tier heißt. Witzig finde ich es immer, wenn sie ne Nummer kleiner sind als ich.
Und die, die mich angemacht haben, fand ich schon ziemlich eklig! Aber auch da unterscheiden die sich nicht von ihren grenzüberschreitenden Brüdern überall auf der Welt. Ich bin ihnen auf jeden Fall dankbar. Schließlich liegt es ja auch an mir, wie ich ihnen zu verstehen gebe, was ich alles nicht will. Lächelnd den Kopf schütteln bringt mich da meist nicht weiter. Aber da mach ich mir um euch keine Sorgen meine Mädels – ihr könnt echt gut NEIN sagen und es ganz ohne Lächeln dann auch genau so meinen.

Wie findest du das südamerikanische Essen? Welches Essen war besonders lecker?

Ich hab ja das große Glück, Essen grundsätzlich super zu finden. Und Südamerika hatte einiges zu bieten an neuen Geschmackserlebnissen. Sie mögen hier schon auch scharf, aber wenn ich das nicht will, komme ich gut auch ohne den Soßenzusatz klar, in dem sich meist das Chili versteckt. Also am allerbesten gefallen mir die vielen Früchte, die es bei uns gar nicht gibt. Pitayas, Maracuyas, Granadiyas, Chirimoyas und und und. Und frische reife Mangos, Avcados/ Paltas, Fresas/ Frutillas, Moras, Naranjas, Manzanas y Platanos sind auch klasse und schmecken hier natürlich ganz anders als per Fluchzeug oder Schiff zu uns gebracht.
Und die fertigen Comidas/ Gerichte, die es auf der Straße oder auf Märkten oder im Bus gibt, sind auch herrlich, von vielen weiß ich die Namen gar nicht!
Was mir auch sehr gut geschmeckt hat, ist das peruanische Cevice – roher Fisch mit Zitronen-Zwiebel Soße und gepopptem salzigem Mais – mmmmh!!!
Auch die Sushi Rolls in Valparaiso waren ein Traum.
Und jetzt grade im Bogotaer Café 18 der Schokoladen- und der Käsekuchen!
Oh ja und das Eis! Wirklich Spitzenreiter war das selbstgemachte Eis in El Bolson, Argentinien im Humus-Café.
Ich glaub, ich könnte auf die Frage noch eine ganze Weile weiter antworten…

Wo fandest du es am schönsten (ein konkreter Ort bitte)?

Oh je! Das ist doch die meist gefragte Frage auf der Reise! Und die meist gegebene Antwort lautet immer noch: Na dort, wo ich gerade jetzt bin!!!
Einen konkreten Ort zu nennen, ist eigentlich unmöglich. Also NUR einen. Ich kann es einschränken auf: abseits großer Menschenansammlungen, in der Natur oder in der Nähe von Graffitis, bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad 😉
Wenn ich mich festlegen müsste und hier tatsächlich nur einen Ort nenne, dann wohl die Berge um El Chaltén mit dem Mount Fitz Roy. Wahrscheinlich auch, weil ich dort wieder einmal so gar nicht wußte, was mich spektakuläres erwartet und wir so Glück mit dem Wetter hatten.

Wo möchtest du als nächstes hin?

Ich brauche auf jeden Fall erst mal eine Pause vom Reisen! Wie Antonia schon sagte, mindestens ein halbes Jahr mal (fast) immer in meinem Bett schlafen bitte 😉
Ansonsten hab ich wieder große Lust, mich in Deutschland umzuschauen oder meinetwegen auch mal in Europa. Längerfristig möchte ich noch mal eine ein- oder sogar mehrjährige Reise nach Asien und dort speziell nach und in Japan unternehmen. Dort möchte ich allerdings auch gerne für längere Zeit an einem Ort leben.

Möchtest du das nächst Mal lieber mit oder ohne Kinder reisen?

Ha ha, eine super Frage die Damen!!! Das nächste mal vielleicht auch ohne euch, aber immer wieder gern mit euch! Echt jetzt, das hat mir wirklich Spaß gemacht mit euch so viele Abenteuer zu erleben und so viel Zeit gemeinsam zu verbringen. Und es wird tatsächlich immer besser und auch für mich einfacher, je älter ihr werdet. Ich habe euch jetzt so ziemlich alles über das Reisen mitgegeben, was ich weiß und freue mich, wenn ihr auch mal ohne mich loszieht, nach Brandenburg oder Bogota, und dabei mindestens so viel Spaß habt, wie ich und wir bisher. Die Frage ist ja wohl eher: wer von euch möchte das nächste mal mit mir oder lieber ohne mir verreisen?!

In welchem Land fandest du die Menschen am sympathischsten?

Das ist fast so, wie die Frage nach dem Lieblingsort. So oberflächlich betrachtet waren und sind die Menschen überall nett finde ich. Auf unseren work aways sind wir ja einigen durch unseren längeren Aufenthalt ein wenig näher gekommen. Da fand ich Guilermo von der Los Manzanos Farm auf Chiloe schon ausgesprochen sympathisch (deswegen bin ich dort auch noch mal zum übersommern verabredet, obwohl er dann mit seiner Familie unterwegs sein will. Hm, aber dann ist hoffentlich Lisa mit mir dort und wir Stricken uns die Finger wund 😉
Super sympathisch fand ich auch zwei ganz besondere Menschen in Peru. Allerdings sind das Deutsche, die wahrscheinlich jetzt schon mit ihrem Tiger auf dem Weg nach Kolumbien sind und dann noch weiter durch die Weltgeschichte bummeln. Und die dänische Mitarbeiterin auf unserer ersten Farm in Kolumbien ist mir auch ans Herz gewachsen. Und eben Lisa und auch Agnes nebst Harold aus Deutschland. Die will ich alle wieder sehen!!!
Also fand ich wohl anscheinend besonders viele Deutsche in allen von uns besuchten Ländern am sympathischsten. Sehr witzig!!!

Wo würdest du am liebsten noch mal hin?

Jetzt gerade will ich nur noch (mal) nach Hause!
Aber sobald ich wieder dieses Zucken in der Nase und in den Füßen spüre, kann ich mir vorstellen, mir den Rest von Argentinien auch noch anzuschauen und wie gesagt, nach Chiloe nebst dem Süden Chiles will ich auch noch mal. Dann gern mit eigenem Gefährt, denn das macht dort besonders viel Sinn und Spaß sicher auch.
Ecuador hat auch noch ein zwei Stellen in weiß auf meiner inneren Landkarte, die ich nicht abgeneigt wäre zu füllen (Galapagos in der Nebensaison).

Was hat dich total an uns genervt?

Genervt? An euch? Ach was! Ihr seid doch immer zuckersüüüüß!!!
Hand aufs Herz, meine Mumpies, euer immer wiederkehrender Schwesternstreit bringt mich immer wieder auf die Palme (siehe Karibik).
Und die Mediennutzungsthematik bietet auch noch weiterhin einige Lernmöglichkeiten für mich. Vertrauen und so.
Und natürlich eure Lustorientiertheit. Das es immer wieder soooo schwer für jede von euch beiden ist, etwas zu tun, was nun mal gar keinen Spaß macht, aber notwendig ist, das nervt mich total!

Worauf freust du dich am meisten, wenn du nach Hause kommst?

Also: auf mein Bett, unsere Wohnung mit allem darin, was nur UNS gehört, Alltag zu haben, unsere Projektliste abzuarbeiten, mich verständlich machen zu können, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen, ins Kino zu gehen, gewohnte Lebensmittel direkt vor der Tür zu haben, nicht mehr das Geld umrechnen zu müssen, was ich habe und ausgebe, Jahreszeiten…

Kaufst du uns ein Haustier, wenn wir wieder in Deutschland sind?

Ihr meint so eine süße kleine Katze, die immer auf euch drauf sitzt und euch anschnurrt, wenn ihr gerade youtube glotzt? Nee, nee, nee!!! Es bleibt dabei: ich habe zwei Kinder und um mehr Lebewesen will und werde ich mich nicht kümmern! Ihr beide haart schon genuch.
Aber ich kraule euch weiterhin, wenn ihr Tiergeräusche macht, die dazu einladen oder einfach so.

So ist das also. Jetz bin ich auch schlauer und vor allem klarer in einigen Punkten. Danke die Damen dafür!

wir leben uns laaaangsm wieder ein in unserem Heim und in dieser 7 Stunden Zeit voraus Welt oben rechts, wo es abends so unglaublich lange hell ist und nicht nur das Licht sondern auch Geräusche und Menschen sich anders verhalten. Und immer noch ist Sommer! Seit einem Jahr nun schon.

Der wahrscheinlich letzte Blogpost ist den letzten Tagen in Bogota gewidmet und folgt demnächst…

bis=iv

Reise durch Südamerika mit Kindern (11 & 14

Liebe Kinderbeachter und respektvolle Neugierdler,

Ich bin unsere Reise aus Neugier  durchgegangen und auf ca. 85 kurz- oder längerfristige Übernachtungen gekommen, teilweise mehrmals am selben Ort. Und 26 Nachtbusfahrten haben wir hinter uns!!! Keine einzige davon war wirklich entspannend, einige eiskalt oder super laut. Und ich bin echt froh, dass ich bei keiner Nacht und bei keiner Tagbusfahrt vorher wußte, was mich erwartet. Ein wahrer Segen auf Reisen, immer wieder überrascht zu werden. Im Guten wie im Unangenehmen.

Nun sind wir fast fertig mit unserer Reise ein Schuljahr lang durch die Anden Südamerikas, von Kolumbien bis nach Patagonien und wieder zurück. Noch eine knappe Woche, dann stehen wir wieder auf Berliner Boden. Und was soll ich euch sagen? WIR FREUEN UNS SEHR SEHR SEHR DOLLE AUF ZU HAUSE!!!

Wir sind randvoll mit Eindrücken, Erfahrungen und entlegenen Orten. Wir haben unglaublich viel Eis gegessen, einen Schneemann gebaut und Gletscher kalben sehen. Wir hatten viel zu oft Sonnenbrand, dieselben Fragen an uns und schlechte Filme in Bussen. Wir durften fantastische Menschen kennenlernen und nervige auch, dem Sommer irgendwie immer auf den Fersen sein oder einfach mittendrin und uns mit allen Wassern waschen. Wenn ihr wissen wollt, wo es uns am besten gefallen hat? Überall natürlich! Was uns am besten geschmeckt hat? Eis, Fisch, Huhn, Obst und Chan Chan Käse. Was das schlimmste Erlebnis war? Jochen der Rochen! Was das beste Erlebnis war? Setzt euch lieber, die Antwort darauf könnte etwas länger dauern…

Und darum ist es ja auch so wundervoll, jetzt wieder nach Hause zu kommen. Wieder fest zu sitzen und trotzdem jeder Zeit im Kopf an einen unserer Orte reisen zu können, denn sie sind ALLE in uns drin. Wir freuen uns auf unsere Freunde, auf unser zu Hause, auf die Schule (ha ha ha!!!), auf den Alltag, auf unsere Projekte, die wir in einer laaaangen Liste während der Reise aufgeschrieben haben, auf alle deutschen Bahnen, auf Jahreszeiten und auf die deutsche Sprache. Ich würde mal sagen, unsere Freude nach vorn ist genau so groß wie die nach hinten. Und das Jetzt immer noch und wieder in Kolumbien ist auch echt grandios. So geht also Leben. Hättste nicht gedacht Depression, dass wir das mal so gut hinbekommen was?! (Sorry, aber meine Depression und ich haben da schon ganz andere Zeiten miteinander erlebt!)

Ich möchte noch einmal meine Mädels direkt zu Wort kommen lassen und stelle Ihnen darum wieder einige Fragen unsere Reise betreffen, die sie wieder sehr wahrhaftig und ohne Schnörkel beantworten werden, wie ich sie kenne. Ich hoffe, ihr habt beim lesen genauso viel Freude wie ich beim Interviewen.

Interview mit Matilda:

Wie findest du es, dass wir diese verrückte lange Reise gemacht haben?
Ich finde es auf jeden Fall gut. Es wäre doof, wenn wir sie nicht gemacht hätten.
Durch diese Reise konnte ich mich mehr auf meine Ziele vorbereiten, z.b. darauf, dass ich eine Sportart machen möchte, ich möchte mich auf jeden Fall mehr aufs Lernen konzentrieren für die Schule und ich möchte gern ein eigenen Zimmer haben. Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken auf den Busfahrten und dabei ist mir klar geworden, was ich will, weil ich es hier nicht habe oder nicht machen kann.

Was hat dir besonders gut gefallen am Reisen?
Überall waren nette Menschen, die uns geholfen haben. Mir hat es gut gefallen, dass ich mich im Auto nicht anschnallen musste (obwohl ich weiß, dass es wichtig ist und auch gefährlich so). Mir hat gut gefallen, dass wir immer mit dem Sommer mitgereist sind, dass die Sonne so oft schien und wir kaum Regen hatten (kalt war es aber trotzdem manchmal). Ich fand es gut, dass wir in der Zeit der deutschen Winterferien auch einmal Schnee hatten – am Mt. Fitzroy – und einen Schneemann bauen konnten. Es war toll, dass so viele junge Menschen so um die zwanzig unterwegs sind, mit denen ich mich auch prima unterhalten konnte. Das Essen fand ich eigentlich auch immer toll. Es gab kaum mal etwas, was mir nicht geschmeckt hat (abgesehen von Ameisenkäse!). Ich fand es gut, dass wir so viele Sachen gemacht haben, ohne dass wir gesagt haben „Das ist jetzt zu teuer“ – wir habens einfach gemacht und das Geld hat immer gereicht. Nur die Geldautomaten haben nicht immer gereicht. Ich fand toll, dass wir so viel finanzielle Unterstützung von unseren Freunden bekommen haben, als Mama im Blog darum gebeten hat. Das war einfach genial! Weil wir dann weiter und noch mehr tolle Sachen machen konnten. Ich fand ein paar ganz besondere workaways ganz toll: das in Ecaudor auf der Chan Chan Farm und auf Chiloe in Chile bei der Los Manzanos Familie. Wir hatten auch tolle Badegelegenheiten!

Kannst du dich an besonders lustige Situationen erinnern?
Also, in Argentinen in Villa Traful habe ich mich mit einem Kolumbianer der auf Reisen war unterhalten und er fragte mich auf Englisch, nachdem ich ihm erzählt habe, wo wir lang fahren: „Mucho bitch?“ Ich guckte irritiert und dann hats bei mir im Kopf KLICK! gemacht und ich sagt „Ah, you mean mucho BEACH!!!“.
Es war witzig, wenn Mama, Antonia und ich uns abends lustige Geschichten erzählt haben oder Antonia und ich lustige Geräusche erfunden haben. Oder Antonia wie eine Atombombe gefurzt hat. Es war witzig, mit Antonia auf den Busfahrten zusammen Musik zu hören und uns danach zu den Texten passenden Tänze auszudenken. Wtzig war es auch, wenn wir in einem Supermarkt deutsche Lebensmittel gefunden haben. Wir hatten auch einen witzigen Running Gag, nämlich habe ich Mama nach allen möglichen super teuren oder gar nicht käuflichen Dingen gefragt: „Bekomme ich das Pferd?“ oder „Kann ich den 140 Dollar Panamahut haben?“ oder „Das Waffeleisen brauche ich auf jeden Fall!“ oder „Das Hochzeitskleid würde mir doch gut stehen, oder?“. Dann hat Mama immer geantwortet „Klar mein Kind!“ Und wir haben gelacht.

Was hat dir nicht gefallen?
Mir hat es nicht gefallen, ein Jahr lang nur mit Bussen zu reisen. Ich schätze mich glücklich, dass es in Deutschland die Deutsche Bahn gibt, auch wenn sie manchmal zu spät kommt.
Mir hat überhaupt nicht gefallen, wie respektlos manche Menschen in den Bussen waren. Z. B. haben sie ihre Handys auf laut gestellt oder ihre Sitze ganz nach hinten geklappt oder der Busfahrer macht selber die Musik ganz laut oder gruselige Filme an, obwohl Kinder im Bus mitfahren. Ich fand ganz viele Hostelbesitzer schlimm, weil sie sich entweder gar nicht gekümmert haben um ihre Gäste oder zu sehr und uns zu sehr auf die Pelle gerückt sind. Und die Sache mit den fehlenden Lampenschirmen ist ist jetzt nicht so schlimm, aber trotzdem ungemütlich. Ich fand es auch unangenehm, wenn 3 bis 5 jährige Kinder morgens schon früh zu quäken anfangen und ich nicht ausschlafen konnte. Oder wenn ich vom Essen Bauchschmerzen bekommen habe.

Was würdest du rückblickend gerne anders gemacht haben?
Ich hätte mir einen Rucksack statt eines Rollkoffers mitgenommen. Jetzt auf den beiden Trips mit kleinem Gepäck habe ich auch gemerkt, dass ich eigentlich die Hälfte des Zeugs was ich mithabe, gar nicht brauche. Ich würde definitiv mehr Spanisch DAVOR lernen, das war unpraktisch und einfach doof. Ich würde mich nicht so abzocken lassen, wie es Mama meiner Meinung nach öfter mal mit sich hat machen lassen. Ich hätte gerne eine Freundin oder ein Haustier mitgenommen. Und ich hätte mich sehr gerne um kleine Hunde und Katzen auf der Straße gekümmert – Mama ist ja bei sowas immer total herzlos! 

Wie war es für dich, auf dem Rückweg wieder zu Orten und Menschen zurück zu kommen, die du schon kanntest?
Also die Chan Chan Farm, wo wir auf dem Hinweg 4 Wochen waren, weil es uns so gut gefallen hat, war für mich eine große Enttäuschung. Wir haben es so lange geplant und uns darauf gefreut, wieder dorthin zu kommen. Als wir dann die Nachricht erhalten haben, dass wir nur für drei Tage kommen können, war ich sehr traurig.
Eigentlich hat es mich nur bewegt, als wir wieder nach Bogota gekommen sind, denn da wußte ich, dass wir bald wieder nach Hause fliegen.

Wie fandest du es, die ganze Zeit mit deiner Mama und deiner Schwester so eng zusammen zu sein?
Oh Gott, das war anstrengend! Es gab auch echt schicke Familien Dreisamkeit-Momente, aber das Gezanke und Gekeife gegen Ende habe ich überhaupt nicht mehr ertragen. Es ist eine große Bindung zwischen uns entstanden. Aber ich werde zu Hause erstmal viel Zeit mit anderen Menschen verbringen.

Worüber streitet ihr euch nicht mehr?
Wir streiten uns immer noch über unnötige Dinge. Ich glaube das hört nie auf zwischen Schwestern. Also Mama und ich wir streiten uns nicht mehr darüber, dass ich viel zu viel Zeug habe und mein Rucksack genauso viel wiegt wie ihrer.

Kannst du mir sagen, was du gelernt hast unterwegs? Jetzt nicht einzelne Fakten sondern auf welchem Wege Informationen bei dir hängen geblieben sind? Wie hast du gelernt im Unterschied zum schulischen Lernen?
Ich habe sehr viel gelernt, weil ich Fragen gestellt habe, die mich wirklich interessieren. Ich hatte keine Lehrer um mich herum, die sich nicht durchsetzten können und denen ich oft lange hinterher laufen muss, um eine Antwort oder Hilfe zu bekommen und es waren auch nicht die ganzen Kinder um mich herum, die rumschreien und Quatsch machen. Ich habe eine Menge gelernt, weil ich so viele Bücher gelesen habe und dafür Zeit hatte. Ich habe mich viel mit den Anfang 20jährigen unterhalten, über alle möglichen Themen, die mich interessiert haben – und das ist eine Menge!!! Ich habe gefragt oder wir haben diskutiert über etwas, so wie debattieren. Die haben mich ernst genommen und fanden meine Fragen, die ich Ihnen gestellt habe, selber interessant. Manchen konnte ich auch ganz gezielt zu bestimmten Sachen Fragen stellen, weil ich wußte, dass sie sich da gut auskennen. Schade eigentlich, dass wir diese Leute nicht viel öfter treffen (Hallo Nicki und Moe!). Ich habe auch einiges durch die Führungen oder Touren gelernt, die wir gemacht haben – in Städten wie Valparaiso und Cartagena, in der Höhle und bei den Dinosaurier Abdrücken in Toro Toro und im Dschungel in Bolivien, auf der Waltour in Ecuador… Auf den Farmen gab es auch viel, was ich einfach so nebenbei gelernt habe. Alles mögliche über Tiere: Kastration, Geburt mit Totgeburt, Milch zu Käse machen, eine kleine Ente zu versorgen (ORA!!!)… Währungen und das Umrechnen in Euro. Klimazonen, Länder und Hauptstädte, Eissorten – ich glaube, ich habe ganz schön viel gelernt. Vielleicht sogar ein bisschen spanisch 😉

Wohin würdest du das nächste mal gerne reisen?
Am liebsten Island, aber das ist grad so touristisch. Darum lieber Indonesien oder mit einer Freundin in die USA oder nach Paris mit einem Freund. Aber ich habe noch keinen, darum dauert das wohl noch ein bisschen.

Hattest du Angst? Wovor?
Ich hatte am Anfang Angst vor gruseligen Männern oder Verrückten auf der Straße. Ich habe Angst, alleine einkaufen zu gehen, weil ich mit der Sprache konfrontiert werde und dann Panik kriege. Ich hatte Angst, dass Mama oder Antonia sterben oder alle beide und ich dann alleine übrig bleibe, dass mich beim wandern jemand beim Pinkeln sieht draußen, dass einer von uns eine unheilbare Krankheit auf der Reise bekommt, dass ich entführt werde, im Bikini Baden zu gehen, aber die habe ich jetzt nicht mehr. Ich hatte Angst, mit anderen Kindern zu sprechen, weil ich kein spanisch konnte und mir das peinlich war oder dass mir etwas wichtiges geklaut wird.

Was hat dir Spaß gemacht?
Baden in:
1. in Thermalbädern,
2. in Flüssen,
3. Im Meer und
4. In Wasserfällen definitiv nicht.
Reiten, interessante Interaktionen – Boah mir hat echt ne Menge Spaß gemacht!! Das schaffe ich doch nie alles aufzuzählen!!!

Worauf freust du dich zu Hause?

Freunde, die Sachen, die ich mir vorgenommen habe, Papa (obwohl er nicht zum Flughafen kommt, um mich abzuholen – da bin ich echt sauer und enttäuscht!). Abgesehen von den Menschen, freue ich mich am meisten auf MEIN EIGENES ZIMMER. Ich freue mich auf Bahnen: die deutsche Bahn, die S-Bahn, die U-Bahn, die Straßenbahn. Ich freue mich auf die deutsche Sprache – ich kann alle verstehen und sie mich und ich kann alles lesen. Ich freu mich auf einen funktionierenden Backofen, ich freue mich auf warmes Wasser, ohne einen Stromschlag zu bekommen, auf Lampenschirme, dickes Klopapier und eine Klobrille, Wasser und sogar Trinkwasser immer zu haben – ein Privileg! Eine Küche, die nur wir benutzen, eine Spülmaschine, eine Frontlader-Miele-Waschmaschine nur für uns ohne jedes Mal dafür zu bezahlen, wenn wir sie benutzen, den Euro ohne immer etwas umrechnen zu müssen, Bio-Läden und den Drogeriemarkt dm!!!, deutsche Kinos und Filme auf deutsch. Ein bisschen freue ich mich sogar auf meine neue Schule. Ich freue mich auf deutsche Eichhörnchen 😉

Wie man an der letzten Antwort unschwer erkennen kann, reichts jetzt auch mal und Antonia ist dran.

Interview mit Antonia:

Wie findest du es, dass wir diese verrückte lange Reise gemacht haben?
Am Anfang habe ich mich sehr darauf gefreut, aber als wir dann hier waren, habe ich gemerkt, dass wir hier Dinge haben, die wir zu Hause nicht haben, aber auch, dass mir unterwegs viele Dinge und vor allem Freunde fehlen, die ich zu Hase habe. Ich mag es, wenn ich regelmäßig Sachen mache. Hier auf der Reise geht das nicht so gut, weil wir immer in anderen Zimmern und anderen Orten sind, an denen ich mich nach ein paar Tagen zurecht finde, aber dann fahren wir zum nächsten Ort.
Auf einer Skala von 1 bis 10 wobei 1 super toll ist und 10 mies, würde ich unserer Reise eine 3 geben, weil es schon eine Menge guter Dinge auf der Reise gab.

Was hat dir besonders gut gefallen am Reisen?
Wenn wir in guten Hostels gelandet sind, mit gutem WLAN, vielen Tieren, Platz im Zimmer und guten Betten. Mir haben einige Workaways gut gefallen. Mir gefällt es, wenn ich eine kleine Leckerei von Mama bekomme und wir gutes Essen haben und wenn wir baden gehen, in Flüssen, Seen, Schwimmbädern, Thermalbädern – aber nicht im Meer wegen Jochen dem Rochen und dem vielen Salz. Wenn Mama abends oder unterwegs irgendwo vorgelesen hat, fand ich das super. In Patagonien fand ich es prima zu wandern, das hat mir sehr gut gefallen. Mir gefällt es immer noch, wenn ich hier durch die Straßen laufe und sehe, wie anders es ist. Das Schwimmen mit den Schildkröten war noch super. Und ich finde es toll, dass wir Freunde haben, die uns Geld gegeben, wenn wir es brauchen.

Kannst du dich an besonders lustige Situationen erinnern?
In El Chaltén gab es wilde riesige Hasen, die wir bei einer Pinkelpause beim Wandern entdeckt haben. Und da sie so riesig waren, hat Tille sie die „Känguru-Hasen“ getauft. Und weil das Känguru bei Marc-Uwe-Kling ja boxt, war es plötzlich ein Box-Känguru-Hase. Der sah aber auch wirklich so aus!
Als ich so krank war, ist mir erstmals aufgefallen, dass sogar in unserem super billigen Zimmer ein Fernseher drin war. Ab da ist mir das in jedem Hostalzimmer aufgefallen, obwohl wir die nie benutzt haben – ich finde das total witzig.
Wir haben insgesamt auf der Reise 371598 mal gelacht – ich habe es gezählt! Es war eine sehr lustige Reise.

Was hat dir nicht gefallen?
Mir gefällt nicht, dass wir fast ein Jahr lang keine Kinder zum Spielen und nicht genug Bastelsachen hatten. Mama hat uns manchmal angemeckert, wenn wir das Handy benutzt haben. Mich hat das total angekotzt. Was hätten wir denn sonst machen sollen? Mir gefällt nicht, dass ich jedes mal packen muss, wenn wir von einem Ort zum nächsten fahren. Genau so wie das Bus fahren. Die Busse stinken und die Filme sind so unjugendfrei und es fehlt nur noch, dass wir einen Busunglück Film anschauen müssen. Mir gefällt nicht, dass wir 26 Nachtbusfahrten gemacht haben. Von denen waren nur drei gut. Die Hühnerbeinsuppe hat mir überhaupt nicht geschmeckt. Fisch mochte ich auch nicht, außer das eine mal Cevice. Wenn Mama was Ekliges gegessen hat und neben mir saß, dann konnte ich mein Essen auch nicht mehr genießen. Und die Fliegen, die in MEIN Essen geflogen sind, fand ich auch echt doof. Und mir gefällt nicht, wenn wir in schlechten Hostels landen, ohne WLAN oder Platz für unsere Sachen. Die schlimmste Nacht war die in dem Hostel, wo nebenan eine Party die ganze Nacht gefeiert wurde und ich statt WUMM, WUMM, WUMM lieber schlafen, schlafen, schlafen wollte.
Jochen der Rochen war doof, denn er hat mich gestochen.

Was würdest du rückblickend gerne anders gemacht haben?
In Mancora würde ich kein Work Away machen sondern nur in einem Hostal wohnen und mit den Schildkröten schwimmen. Rückblickend wäre ich an den doofen Orten kürzer und an den schönen Orten länger geblieben. Ich hätte versucht, die trockenen Wegabschnitte zu vermeiden, weil ich Wüste nicht so toll finde.

Wie war es für dich, auf dem Rückweg wieder zu Orten und Menschen zurück zu kommen, die du schon kanntest?
Auf der Chan Chan Farm hat es sich nach so langer Zeit angefühlt, als würden wir nach Hause kommen und das war ein bisschen verwirrend für mich, weil es ja nicht zu Hause war.
Bei Nickie und Moe wußte ich nicht, ob ich weinen oder lachen sollte, aber dann war es sehr lustig und vertraut mit ihnen Wizzard zu spielen. Ich habe auch gewonnen!
In Otavalo war es schön, die Familie dort wieder zu treffen und meine Geburtstag dort zu feiern, aber es ist nicht meine Familie.

Wie fandest du es, die ganze Zeit mit deiner Mama und deiner Schwester so eng zusammen zu sein?
Am Anfang wunderschön, weil ich Zeit mit Tille verbringen konnte, aber es ist dann nerviger geworden. Mit Mama war es eigentlich ganz schön, weil sie mir oft etwas geschenkt hat und wir zusammen eingekauft haben.

Worüber streitet ihr euch nicht mehr?
Wer in welchem Bett schläft.

Kannst du mir sagen, was du gelernt hast unterwegs? Jetzt nicht einzelne Fakten sondern auf welchem Wege Informationen bei dir hängen geblieben sind? Wie hast du gelernt im Unterschied zum schulischen Lernen?
Ich habe ein bisschen spanisch gelernt, weil ich Mama zugehört habe und den Rest habe ich mir zusammen gereimt. Und wenn ich jemandem auf der Straße begegne, den ich nicht mag, dann gehe ich dem einfach aus dem Weg. Früher hätte ich mich nicht getraut, dort vorbei zu gehen. Ich habe viele Fragen gestellt und war einfach neugierig. Hier muss ich nicht mit anderen doofen Kindern zusammen sein, die Quatsch machen. Aber ich kann hier auch nicht mit tollen Kindern zusammen sein, die lustig und für mich da sind. Auf der Chan Chan Farm habe ich englisch gelernt, weil alle Kinder immer englisch gesprochen haben.
Ich weiß nicht, was ich gelernt habe, aber ich weiß, dass ich was gelernt habe.

Wohin würdest du das nächste mal gerne reisen?
Vielleicht nach Ungarn. Aber erstmal möchte ich ein halbes Jahr Pause vom Reisen machen.

Hattest du Angst? Wovor?
Ich hatte Angst davor, dass wir beklaut werden oder dass wir den Bus nicht bekommen oder unseren Flieger nach Deutschland zurück verpassen, ich hatte auch Angst vor den rumtorkelnden Männern auf der Straße und dass wir nicht genug Geld haben.

Was hat dir Spaß gemacht?
Mir hat eigentlich sehr viel Spaß gemacht! Es zu genießen, wo ich gerade bin, mich als Superheldin vorzustellen, damit ich zu meinen Freunden fliegen kann, zu reiten, mit Mama zu bummeln, Dinge auf deutsch zu sagen, damit die Leute hier sie nicht verstehen können. Mehr fällt mir gerade nicht ein, aber es gibt noch viel mehr…

Worauf freust du dich zu Hause?
Meine Freunde, meine Familie, warmes Wasser, ein eigenes Bad, eine eigene Küche, eine eigene Waschmaschine, ein Bett in dem ich jede Nacht wieder schlafe, eine eigene Spülmaschine, Pfannen, sauberes Besteck, ich freue mich eigentlich auf alles, alles, was ich mit meinen neuen Augen sehen kann, was ich für Luxus halte, weil ich es so lange nicht hatte. Ich freue mich auf unseren kleinen Netto nebenan, auf meine eigene Sprache; ja, ich muss es zugeben, ich freue mich sogar auf meine Schule.

So, das war der zweite Teil meiner Umfrage. Auch hier kamen wieder Antworten aus den Mädels, mit denen ich so nicht gerechnet hätte. Matilda hat von ihren Freunden beim letzten Interview mitbekommen, dass ihre Antworten weitere Kreise zu ziehen, als sie dachte. Darum war sie diesmal deutlich vorsichtiger und überlegter, was sie in die Öffentlichkeit tragen möchte, und was eine familieninterne Antwort ist. Freut mich, dass auch hier ein Lernen stattgefunden hat. Wichtig für viele Lebenslagen. Antonia hat keinen Unterschied zwischen öffentlich und privat gemacht. Aus ihr ist alles so heraus gepurzelt.

Ich freue mich auf Rückmeldungen zum Interview. Auch über solche zu Hause, die mir spiegeln, was sich bei uns verändert hat in dem Jahr unterwegs sein. Vor allem freue ich mich auf all das Genießen dessen, was uns vor einem Jahr zu Hause noch als normal erschien und nun nach so langer Entbehrung viel wert sein wird. Freunde, wir kommen!!!

Letzte Grüße von links unten,
Bis=iv

Villa de Leyva, Kolumbien

Liebe Hochhüpfer und Jungfrauenfreunde,

Zuerst die frohe Kunde: Wir dürfen aus Kolumbien ausreisen! Nach drei Terminen bei der Migracion de Colombia haben wir nun endlich die nötigen Unterlagen beisammen, damit wir unseren Flieger nach Istanbul besteigen dürfen.

Villa de Leyva ist unsere letzte Station vor Bogota. Wir kommen per dekadentem Taxi kurz vor 22 Uhr dort an und fallen in die Betten. Um Punkt 6 Uhr früh werde ich aus dem Bett getrötet, denn unter dem Fenster im ersten Stock läuft die Kapelle laut scheppernd vorbei und ich glaube auch Feuerwerk zu hören. Die Rezeptionist hatte mich gewarnt,  dass dieses Zimmer bastante ruido – super laut sei. Aber in das ohne Fenster wollen wir nicht. Ich nicke glücklicherweise noch mal ein. Zum Frühstück um 10 erfahren wir, dass gerade der Kolumbien weite Feiertag zu Ehren der Virgen del Carmen gefeiert wird. In Villa de Leyva offenbar noch inbrünstiger als anderswo. Darum ist der riesige Feldstein gepflasterte Platz mitten in der kleinen Stadt nicht wie auf allen Fotos im Internet staubig und leer, sondern absolut voller Menschen und Verkaufsstände und Rummelbuden. Wir schaffen es eigentlich gar nicht mehr vor die Tür, so Sehenswürdigkeiten satt sind wir. Aber dann haben wir Hunger. Ich will auch nicht mehr super Erinnerungsmomente festhalten. Darum hier einige halbherzige Fotos:

Die Hostalkatze wurde umgehend adoptiert und der Zuckerwatte Verkäufer hat zwar keinen Kopf, aber ein Bier inner Hand. Es gibt Fleischspieße in allen möglichen Größen und darum auch Hunde, die unsere Freunde sein wollen oder einfach nur was von unseren ab. Und dann schlagen die Herzen der Mädels höher, als sie die Hüpfanlagen entdecken. Dann üben sie schon mal  das Fliegen für Sonntag, mit Salto rückwärts. Brauchen wir hoffentlich bei unserem Fluch nicht!

So, jetzt genug gehüpft vor Freude über alles und darum

Bis=iv

Las Gachas, Kolumbien

Liebe Golflochbader und Sonnenverbrannte,

Nur einen Katzensprung von San Gil gen Süden liegt Guadaloupe. Keine Karibische Insel, sondern ein Kaff mitten in grünen Hügeln, wo auch wieder Kaffeepflanzen wachsen. Wir kommen nachmittags dort an, nachdem unser Kleinbus noch die Post in abgelegene Häuser gebracht hat. Als wir uns ein wenig ausgeruht und badefertig umgezogen haben, wollen wir los zu dem ganz besonderen Planscherlebnis. Aber es donnert bereits nicht allzu fern und als wir den Trailhead erreichen (endlich eine Gelegenheit, dieses neu gelernte Wort für „den-Anfang-des-Wanderweges“ zu benutzen ;), beginnt es zu regnen. Also beschließen wir, es am nächsten Morgen noch einmal zu wagen. Sogar früher aufstehen wollen die Mädels dafür! Und die Zeit nutzen, um das Abschlußinterview über unsere Reise mit mir zu machen. Prima.

Am nächsten Morgen um neune laufen wir los. Auf dem kleinen Markt kaufen wir Trauben, Erdbeeren und Hühnchen mit Kartoffeln und Yams für ein Picknick. Dann geht es durch schöne Landschaft auf Sandsteinplatten wie in Barichara oder fast wie auf dem gelben Backsteinweg ohne Dorothy dahin.

Größtenteils ist der Weg noch aus Kolonialzeiten erhalten. Wo das bicht der Fall ist, wird er neu gebaut. Aber heute ist Sonntag und da arbeiten nur die Ameisen. Nach ca. einer Stunde sind wir am richtigen Fluß, aber natürlich nicht nur wir. Die Sonntagsausflugswütigen Kolumbianer sind auch schon alle da! Ich beschließe, es zu genießen, noch ein letztes Mal das typische gemeinsame Ausflugsziel zu teilen. Wir laufen das Sandstein Flussbett hinauf und staunen und versuchen gleichzeitig senkrecht zu bleiben – es ist mordsglatt! Darum laufen hier alle auch mit Socken rum:

Es gibt sogar Kaulquappen! Im Sandsteinflussbett lagen wohl über einen sehr langen Zeitraum deutlich härtere rund geschliffene Steine und haben Golfballlöcher von Zeh- bis Minipoolgroß hinein gewaschen. Weiter oben finden wir die richtigen Badelöcher für uns und das Wasser ist nicht nur sauber sondern auch erfrischend kühl. Planschen satt:

Es wird gequietscht und gespritzt und mit den Einheimischen interagiert plus fotografiert, das es eine Freude ist. Aus Neugier ziehe laufe ich einen Trampelpfad flussaufwärts und gelange an einen deutlich geringer frequentierten Teil des Flusses. Wie fantastisch es hier ist! Wild wuchernde Vegetation, roter Sandstein und klares Wasser nur für mich alleine:

Und dann hole ich die Damen, um sie an meiner Naturwunderentdeckung teil haben zu lassen. Sie wundern sich auf ihre Weise und auch das finde ich super:

Wir haben so viel Spaß, dass wir beschließen, den angepeilten Bus sausen zu lassen und darauf zu hoffen und zu vertrauen, dass wir heute schon noch nach Villa de Leyva kommen. Aber irgendwann müssen wir doch los:

Wir spüren schon das inzwischen bekannte Kribbeln auf der Haut, was auf ein Übermaß an Sonnenzufuhr hinweist. Oh je, wir kremen noch einmal nach, aber Abends ist doch bei uns allen einiges Krebsrot. Manno!

Auf dem Weg zu unserem Hostel laufen wir an relativ frisch geschlüpften Katzen vorbei und machen natürlich einen Kraul- und Kuschelhalt:

Tja, und dann beginnt eine unerwartete Odyssee, denn der absichtlich verpasste Bus lässt uns fast an unerwünschter Stelle stranden. Im ersten Bus bekommen wir doch noch Plätze um 16:15. Im Anschlussbus ist dann nur noch ein Sitzplatz frei – Tille findet auf einer Kante platz und Antonia auf meinem Schoß. Eher unbequem für uns alle. Und den nächsten Bus nach Villa de Leyva gibt es schließlich gar nicht mehr am selben Tag. Kurzentschlossen verhandeln wir mit Taxifahrern und kommen so zwar ein wenig teurer, dafür aber direkt dahin, wohin wir wollen. Geschafft und sonnenbrandheiß fallen wir ins reservierte Bett. Ohne Abendessen, aber mit dem Wissen, dass es Frühstück geben wird.

Grüße aus Bogota

Bis=iv

Fotos San Gil und Barichara, Kolumbien

Liebe Warmsandsteinpräferenten und Lasagneleckerschmecker,

Wir haben unsere allerletzte Nachtbusfahrt von Santa Marta nach San Gil ächzend geschafft. Also diese Art, vorwärts zu kommen, werden wir definitiv nicht vermissen! Auf dem Bushof trifft Tille noch auf einen kleinen „Ohnezahn“ mit Zahn und auch im Schaufenster des hiesigen Schuhladens liegen Katzen:

Die werden meine Mädels sehr vermissen. In San Gil habe ich ein Zimmer bei einem Italiener reserviert und so kommt Matilda endlich nach monatelangem Wünschen in den Genuss selbst gemachter sogar echt italienischer Lasagne.

Ansonsten ist in San Gil nicht so viel los, es gibt Baby große Avocados und als ich mein bis hierhin prima kooperierendes Händie, was nun doch eine Macke, nämlich eine Ladehemmung hat, zum „Cellular Doctor“ bringe, braucht der es nur mit seinen magischen Händen zu berühren und dann ist fast alles wieder gut.

Was mein Herz hier aber so richtig erfreut, ist der kleine Nachbarort Barichara. Eine Kolonialstadt vollständig erhalten mit mediterranem Flair und Kunsthandwerkschönigkeiten an jeder bunten Hausecke. Einen Nachmittag und Abend sind wir zu dritt dort und bekommen zufällig den letzten Bus zurück. Welch Glück! Am nächsten Tag fahre ich noch mal mit Matilda hin und wir schlendern fotografierend durch die Gassen, verkosten Ameisenkäse – also, die riesigen Tiere sin IM Käse!!! – und kaufen dann lieber welchen mit Wein- und Kaffeegeschmack und ich gönne mir ein Paar der schönen hier typischen Schuhe. Ich schwelge in Farben und Formen:

Hach, so farb- & wunderVOLL!!! Und dann laufen wir noch diesem entzückenden Hotel vor das Tor und in den Garten und wollen am liebsten gleich dort einziehen:

Aber Antonia und unser Gepäck sind leider in San Gil beim hüper aktiven Italiener. Darum seufzen wir tief und fahren irgendwann zurück.

Am nächsten Tag geht es ein kleines Stückchen weiter gen Süden nach Guadalupe …

Herzlichste Grüße aus Villa de Leyva, nur noch 4 Busstunden von Bogota entfernt. Gleich treten wir unsere letzte Busfahrt an. Alles, alles gibt’s ein letztes Mal.

Bis=iv

Fotos Guachaca, Kolumbien

Liebe Runterkühlte und Warmbader mit Pferd am Hintern,

Wir fahren am Tyrona Parque Nacional vorbei und ich bin beeindruckt, wie hoch die Berge direkt neben dem Meer empor ragen. Ein Wanderparadis, aber obwohl ich gerne möchte, ist es mir doch zu schwül und ich weiß, dass die Mädels von allem genug haben und keine zusätzlichen Herausforderungen mehr vertragen können.
ich genieße also aus dem Busfenster alles, was ich sehe. Kurz hinter dem Park nach dem kleinen Ort Guachaca lässt uns der Fahrer direkt am Eingang zur Hacienda Valencia aussteigen. Es sind nur noch wenige Meter bis zum Eingangstor und auf dem Weg sehen wir schon Buckelkühe mit den riesigen Ohren. Das Hostel ist weit ab vom Schuss und darum ruhig, ruhig, ruhig. Von den Tiergeräuschen mal abgesehen! Da ist der bollernde Truthahn, der Schwarm grüner Minipapageien, die Buckelkuhherde, der bellende Wachhund, die wiehernden Pferde, die gackernden Hühner und nachts ganz besonders laut die zirpenden Krabbel- und Fliegetierchen.

Damit komme ich immer noch deutlich besser klar als mit menschproduziertem Krach. Zumal sich die Mädels echt nett mit dem Truthahn auf truthänisch unterhalten 😉 Es gibt kein Internet, dafür aber an zwei der drei Morgen leckeres Frühstück im Preis inklusive. Ich habe so oft bei booking.com gebucht, dass wir nun auch bei ausgewählten Unterkünften Frühstück gratis dazu bekommen. Fortan wähle ich nur noch solche aus, ist ja klar oder?! Nix mehr mit Economy Class – wir sind jetzt First Class Frühstücks-Traveller!

Auf dem zweiten Bild ist eine Schüssel voller tropischer Früchte vom Markt: Ananas, Mango, Melone und Sternfrüchte. Letztere haben wir sogar an einem Baum wachden sehen! Wir verbringen einiges an Zeit in unserem für unsere Verhältnisse luxuriösen Zimmer im Casa Azul, denn dort gibt es sogar 4 bequeme Betten, ein sauberes und nicht zu winziges Bad (aus dessen Duschablfluß Antonia später noch ein unerwartetes Haustier entgegen KRABBElt) und vor allem eine Klimaanlage. Ich halte mich ja durchaus für eine Ökobratze, aber der feuchten Hitze bin ich nicht gewachsen. Und ich habe ja noch einige ausgeliehene Bücher auf dem eBook.

Wir gehen am Ankunfts- und auch am nächsten Tag erst am späten Nachmittag aus dem Haus. Und dann direkt zum Strand. Durch Bananenplantagen und an Buckelkuhweiden vorbei, an Schildern, die uns vor Eichhörnchen und Boas warnen und vor Krokodilen in einem Sumpfgebiet. Also hier will keine von uns des Nachts unterwegs sein! Tagsüber sehen wir nur Riesenkrabben aus Löchern gucken, die teilweise so groß wie Fuchsbauten sind. Uahhhhh!!! Schließlich laufen wir an Hotels vorbei, die direkt am Strand liegen.

Schon von weitem hören wir das tosen der Wellen. Hier ist das Karibische Meer alles andere als sanft und türkis blau. Es ist wild und sandfarben und unglaublich laaaaauuut. Da lasse ich meine Kinder nicht rein – die sind ja dann gleich weg und ich finde die nie wieder! Aber zum Anschauen und Seufzen ist es ideal:

Und dann macht meine Foto Azubi Matilda übungsweise einmal Flugbilder von mir am Strand:

Ich bin verschwitzt und begeistert!

Wir wollen sowieso dahin, wo ein Fluß ins Meer fließt und wir damit weder der Wucht der Wellen noch dem Salzwasser ausgesetzt sind. Es dauert eine ganze Weile, ehe wir es dorthin schaffen. Der Sand ist super weich und wir versinken bei jedem Schritt. Das hier ist nicht die Ostsee! Endlich sind wir am Fluß. Er ist sauber und „süß“ und hat Körpertemperatur. Wir werfen uns hinein und Salzen ein wenig mit unserer Schwitze nach.

Die Sonne ist erst gleißend weiß, aber nun färbt sie sich immer wärmer und sinkt gen Horizont. Alter Schwede, ist das schöööön. Auf der einen Seite das wilde Meer, auf der anderen Seite der seeähnliche Fluß mit viel Grün drum herum und im Hintergrund Berge, die im Dunst immer heller zu werden scheinen. Alles in das Licht der untergehenden Sonne getaucht. Bezaubernd!

Die Mädels machen Akrobatik im Wasser: Antonia klettert auf Matildas Schultern und versucht dort oben zum stehen zu kommen. Wenn sie es geschafft hat, ohne vorher schon kichernd ins Wasser zu plumpsen, hüpft sie von ganz oben lachend und spritzend ins Nass. Ich mache Fotos und freue mich.

Es ist auch noch eine Gruppe anderer Leute dort, die mit einem Gummiboot den Fluß runter geschippert sind. Sie wissen auch, wie man auf der anderen Flussseite wieder nach Guachaca kommt. Also schließen wir uns ihnen spontan an, denn ich kenne den Weg nicht. Wir schwimm-waten durch den Fluß, der auf der anderen Seite eine dicke Schlammschicht hat – iiiiigittigitt. Dann geht es weiter durch Dickicht und Lassogras, dass immer wieder unsere beflippfloppten Füße einfängt, bis wir auf eine Piste stoßen.

Die Sonne ist weg und dafür sind jetzt alle Stechinsekten da und fliegen total auf uns ab. Wir wickeln uns in unsere feuchten Handtücher und stapfen durch die dichter werdenden Dunkelheit. Irgendwann blinken sogar einige Glühwürmchen um uns herum auf. Es dauert ewig, ehe wir wieder in dem Dorf sind. Antonia stirbt fast vor Hunger und auch Tille und mir beult sich der Bauch nach innen. Obwohl der Fleischspieße-Mann nicht mehr da ist und auch die Obststände schon zu haben, finden wir eine Polleria und es gibt Hähnchen und Brause, bis die Akkus wieder aufgefüllt sind.
Am nächsten und letzen Tag dort laufen wir wieder erst am späten Nachmittag los zur normaler Weise super touristischen Quebrada de Valencia, einem Fluß mit Wasserfall in wildem Küstenregenwald. Auf dem Weg durch den Farmteil unserer Unterkunft bekommen wir von einem freundlichen Mitarbeiter auf Wunsch Matildas zwei Kokosnüsse vom Baum gepflückt und sofort aufgehackt mit der Machete. Eine ist vergoren, die andere taufrisch.

Die Mädels scheitern daran, selber auf die Palme zu klettern und sich ihre eigenen Nüsse runter zu holen. 1. sind sie wohl doch keine Äffchen und 2. braucht es bei mir manchmal ja nicht wirklich viel, um mich auf diese Art von Baum zu bringen. Aber in dem Moment hätte ich es auch nicht geschafft. Ich war nämlich von der ganzen Aktion sehr belustigt und angetan. In der Quebrada gibt es derzeit kein Wasser im Fluß aber dafür dreht ein Filmteam dort, so dass wir eigentlich gar nicht durch den offiziellen Eingang dürfen. Aber dann doch. Wenn Sie uns nicht im Film dabei haben wollen, sollen wir einfach wieder zurück kommen. Aber das schaffen wir gar nicht und kehren bereits nach einem Kilometer Flußbett entlang laufen und Lianen behangene Bäume und fette Ameisenautobahnen bewundern wieder zurück.

Wir wollen nämlich rechtzeitig wieder im Hostel sein, weil um 17 Uhr unsere Reitstunde am Strand beginnt! Und dieses mal MIT MIR auf nem Pferd!!! Eigentlich war abgemacht, dass wir einen Begleiter auf seinem eigenen Pferd dabei haben werden. Leider klappt das so nicht. Stattdessen haben wir 3 Männer zu Fuß, die unsere Pferde führen. Für das Stück auf der Straße bis zum Abzweig gen Strand finde ich das prima, aber danach ists echt schade, dass wir so langsam und abhängig vom Fußvolk unterwegs sind. Es ist natürlich trotzdem schön, auf nem Pferd am Strand unterwegs zu sein. Und insgesamt sind es dann auch eher zweieinhalb Stunden mit Hin- und Rückweg zum und vom Strand. Es gibt sogar dieses Foto, auf dem nur Matilda, Antonia und ich auf den Pferden zu sehen sind und keine Männer mit Seil in der Hand.

Matilda sieht aus, als wäre sie im Sattel geboren und hätte schon mehrere Turniere gewonnen – kerzengerade und sehr anmutig. Antoni und ich wackeln wie Pudding hin und her. Als ich vom Pferd runter steige, spüre ich meine Beine erst gar nicht und dann so richtig. Am nächsten Morgen spüre ich auch noch meinen Rücken und meinen Po. Herrlich.
Und dann geht es auch schon weiter, weg von der Karibik Richtung Süden – mal wieder 😉

Und so geht es morgenauch weiter bei uns, nur ein kleines Stück südlich nach Guadalupe…

Bis=iv